Kindertracht (Dirndl und Buam)

Kindertanztracht der Dirndl

Grüner Chiemgauer Dirndlhut aus Filz mit weißer Feder.

Frisur: zwei Zöpfe mit weißen Schleifen – ab 12 Jahren auch Mozartzopf.

Schwarzes Kleid mit Knöpfen. Rock überragt in der Länge, die Knie eine Handbreit.

Die weiße Bluse ist hochgeschlossen oder mit eckigem Ausschnitt und Puffärmeln mit Spitzenabschluss.

Weißer Baumwollunterrock und weiße Pumphose mit Spitzenabschluss.

Weiße Strumpfhose mit Zopfmuster

Schwarze Spangenschuhe.

Bunte Tücher mit Rosenmuster und weißen Fransen.

Schwarzes Samthalsband bestickt oder mit kleinem Taleranhänger versehen, evtl. kleine Trachtenohrstecker.

  

Festliche Kindertracht der Dirndl

Die Festtracht der Dirndl gleicht der Tanztracht bis ins Detail. Nur die hellblauen Tücher mit Maiglöckchenmuster unterscheiden sich.

 

Buamatracht

Grüner Filz- oder Velourshut mit Krähenfeder (ursprünglich mit Spielhahnfeder). Weißes Biesenhemd mit Kragen (keine Pfoad). Glatte schwarze Plattlerhose mit schwarzen Hosenträger. Das Schild ziert sich mit dem Bayerischen Wappen. Loiferl und Loiferlsocken, rohweiss mit trachtengrünem Muster. Die Buam tragen schwarze Haferlschuhe und eine forstgrüne Trachtenjoppe aus Kerntuch oder eine graue Strickjacke.

Dirndltracht

Vereinspreisplattln und Dirndldrahn 2004
Fronleichnam 2008

Die Tanztracht:

Grüner Chiemgauer Dirndlhut aus Filz mit weißer Feder (früher Adlerfeder, heutzutage ein Imitat aus Gänsefedern).

Gretelfrisur mit oder ohne schwarzem Samtband plus filigraner Haarspange oder einer Haarspange aus Horn.

Weiße Bluse mit eckigem Ausschnitt, Puffärmeln und Spitze am Ende.

Steifes schwarzes Mieder mit Silbergschnürr.

Schwarzer Mieder- bzw. Drehrock. Der Rock überragt in der Länge, die Knie eine Handbreit. Zusätzlich ist er mit einem rotem Kittelblech versehen.

Die Unterbekleidung besteht aus einem weißen Unterrock mit Spitzenabschluss und weißer Pumphose, ebenfalls mit Spitzenabschluss. Weiße Baumwollstrumpfhosen mit Zopfmuster bedecken die Beine (keine Kniestrümpfe).

Es werden grundsätzlich schwarze Spangenschuhe mit einer maximalen Absatzhöhe von 5 cm getragen. Nur bei Preisplattln oder Dirndldrahn darf auch auf Haferlschuhe zurückgegriffen werden.

Das bunte Miedertuch ist mit einem Rosen- und Edelweißdruck verziert und an den Rändern mit weißen Fransen eingefasst. Das Schürzentuch ist vom Muster her identisch zum Miedertuch, jedoch ohne Fransen.

Als Blumenschmuck werden rote Nelken evtl. mit Asparagus oder Buchs in den Ausschnitt gesteckt.

Silberne Halskette (Kropfkette) evtl. kurze Trachtenohrringe auch Stecker.

 

Die festliche Dirndltracht:

Grüner Chiemgauer Dirndlhut aus Filz mit weißer Feder.

Gretelfrisur mit oder ohne schwarzem Samtband plus filigraner Haarspange oder einer Haarspange aus Horn. Bei Hochzeiten oder Fronleichnam mit Myrtenkranzerl und ohne Hut.

Steifes Mieder in schwarz mit Silbergschnürr und Taler.

Schwarze gesmokte oder glatte Ärmel mit Spitzeneinsatz.

Schwarzer Mieder- bzw. Drehrock. Der Rock überragt in der Länge, die Knie eine Handbreit. Zusätzlich ist er mit zwei Samtbändern und einem rotem Kittelblech versehen.

Es wird ein weißer Unterrock mit Spitzenabschluß getragen.

An Gedenkveranstaltungen wie zum Beispiel der Jahrtag, wird eine schwarze Nylon-Strumpfhose ausgewählt. Ansonsten eine weiße aus Baumwolle mit Zopfmuster.

Es werden schwarze Spangenschuhe mit einer maximalen Absatzhöhe von 5 cm getragen.

Das hellblaue Miedertuch ist mit einem Maiglöckchenmuster und mit blauen Fransen verziert. Das Schürzentuch ist identisch zum Miedertuch, jedoch ohne Fransen.

Als Blumenschmuck werden rote Nelken evtl. mit Asparagus oder Buchs in den Ausschnitt gesteckt.

Der Schmuck besteht aus einer silbernen Halskette (Kropfkette) und evtl. aus kurzen Trachtenohrringen bzw. Steckern.

Tracht der Aktiven Buam und Männer

Gaufest 2009 Amerang
Fronleichnam 2009

Der Mann trägt einen Hornberger Hut (grüner Velourshut mit schmaler Krempe), als Hutschmuck wird ein Gams- oder Hirschbart verwendet.

 

Die Oberbekleidung zeigt eine original Chiemgauer Trachtenjoppe aus forstgrünem Kerntuch mit Stehkragen.

 

Darunter trägt man eine grüne Baumwollweste mit silbernen Knöpfen und einer Silberkette.

 

Ein weißes Leinen- oder Baumwollhemd mit Biesen und einfachen Manschetten bildet die Unterbekleidung. 

 

Die kurze, schwarze mit gelber Blattstichstickerei verzierte Lederhose aus Hirschleder ist das Kernstück der Männertracht.

 

Dazu gehören grüne Chiemgauer Hosenträger mit vereinstypischer Gestaltung des Schildes (Stickerei + Vereinszeichen aus Zinn).

 

Ein federkielgestickter Ranzen aus Leder rundet das Erscheinungsbild ab.

 

Die Beinbekleidung besteht aus handgestrickten weiß/grünen Loiferl mit Zopfmuster und Stickerei und die dazugehörigen Loiferl-Socken.

 

Als Schuhwerk werden schwarze Haferlschuhe mit Ledersohle und grünen Schnürsenkel getragen.

 

Für die kältere Jahreszeit oder als Fest- und Trauertracht dient eine lange, forstgrüne Hose aus Kerntuch. Diese bildet mit der Joppe den Trachtenanzug. Je nach Anlass wird noch zusätzlich eine grüne oder schwarze Baumwollkrawatte hinzugefügt. Als Alternative können die Männer anstatt der forstgrünen Hose auch eine sogenannte Stresemann-Hose tragen. Bei bestimmten Anlässen findet auch eine schwarze Bundhose anklang, dazu graue Strümpfe die evtl. mit trachtengrüner Wolle ausgestickt sind.

 

Es werden oft auch noch Broschen oder Nadeln an der Joppe getragen (meist Auszeichnungen vom Preisplattln oder sonstige Ehrungen). Sind diese nicht zu groß, können sie auch den Hut zieren.

 

Zwischen den beiden äußersten vorderen Knöpfen der Lederhose wird manchmal ein Schariwari, eine mit Allerlei alten Münzen, Krallen, Hornschnitzereien oder ähnlichem bestückte Kette oder silberfarbene Taschenuhren mit Sprungdeckel die an der Weste befestigt werden, getragen.

Frauentracht (Röckitracht)

Gaufest 2006 in Aschau

Bestehend aus Prienerhut mit zwei Gold-Quasten und zwei Bänder hinten, evtl. schwarz bestickt.

Gretel- oder Haarteilfrisur mit filigraner Haarspange in Gold oder Silber.

Schmuck bestehend aus Kropfkette (in Silber) und Trachtenohrringe.

Gesmokte oder glatte Ärmel die nach vorne hin schmal zulaufen, eckigem Ausschnitt Vorne und Hinten verziert mit Röckispitzen. Der vordere Brustteil ist mit einer Blende versehen, die mit Röckispitzen verziert wird. Das Einstecktuch ist aus Halbseide oder Polyestersatin gewebt, es wird goldbestickt und mit Steinen besetzt.

Als Blumenschmuck im Ausschnitt werden rote Nelken mit oder ohne Asparagus oder Buchs verwendet.

Der Rock wird aus Seide, Halbseide, Polyester oder Schurwolle mit oder ohne Muster gefertigt. Er ist Waden- bis Knöchellang, gereiht oder in Falten gelegt.

Der Unterrock besteht aus einem weißen Baumwollstoff, der mit einem Spitzenabschluss versehen ist.

Eine schwarze blickdichte Strumpfhose bekleidet die Beine.

Die Schürze ist bei Vereinsauftritten in Naturfarben mit lila Rosen gehalten. Bei anderen Anlässen wie z.B. Fronleichnam, kann jede Röckifrau ihre eigene Schürze wählen.

Es werden immer schwarze, glatte bzw. geschnürte Damenschuhe oder Spangenschuhe getragen. Der Absatz sollte jedoch das Maß von 5 cm nicht übersteigen. 

Gwand der Historischen Bürgergruppe

Bei der Frauentracht ist die Bänderaufteilung des Rückens und die Bandverschnürung des Mieders deutlich zu sehen. Die Blusen sind mit verschiedenartigen Spitzenkragen verziert und können aus Batist oder Leinen sein. Zu hohen Feiertagen trug man aus weißem Batist oder Leinen Schürzen oder gestreifte goldfarbige Schürzen. Bis ins 18. Jahrhundert trug man entweder Hauben, Kopftücher oder über einem Tuch einen großkrempigen Männerhut. An kälteren Tagen zog man entweder einen taillenkurzen Tschopp oder einen hüftbedeckenden Lodenmantel an. Dazu verwendete man Pulswärmer und das große bunte Türkentuch.

Die Männertracht bestand aus lodenen oder ledernen Kniebundhosen mit überknöpften Hosenlatz und einen Gehrock in der Form des Rokokozeitalters, das heißt kniebedeckend und nicht übereinander geknöpft. Darunter trug man ein Männerhemd mit Spitzenkragen. Darüber zog man eine farblich abstechende Weste und Hosenträger aus Stoff. Der Hut war breitkrempig und in der Kopfform flach.

Die Schuhe trug man der Zeit entsprechend etwas hochhackig, bei Mann und Frau etwa gleich. In einfacheren Verhältnissen waren Schuhe für Kinder nicht üblich.

Bei den Kindern hatten die Mädchen Leibkleider mit Verschnürung am Oberteil und weiße Schürzen. Die Haare wurden unter einem weißen Häubchen getragen oder in Zopfform gepflochten, evtl. mit einem Wollnetz verziert.

Die Buben Trugen eine wollene Hose bis zum Knie oder eine Kniebundhose mit Stoffträger und eine einfache Wolljoppe darüber.

Hut und Habern (Hafer)

Anfang der sechziger Jahre haben sich unsere aktiven Burschen einen schneidigeren Hut gewünscht und sich darüber Gedanken gemacht. Beim Hutmacher Blimetsrieder in Aschau fanden sie den idealen Ansprechpartner. Hans Hornberger sen. ist einige Male bei Bliemetsrieder in Aschau gewesen und sie haben sich über Krempenweite, Huthöhe, Hutform usw. unterhalten und natürlich auch Verschiedenes ausprobiert. So ist ein Hut entstanden, der unter dem Namen Hornberger Hut oder Hornberger Form verlangt und getragen wird und das nicht nur bei uns in Grassau, sondern bei vielen Trachtenvereinen in unserem und auch in anderen Gauverbänden.

 

 

Eine besondere Eigenart des Grassauer Trachtenvereins ist der Hutschmuck mit Habern (Hafer) bei den Gau- und Vereinsfesten. Nach mündlicher Überlieferung und nach Aufzeichnungen der Zeitung „Bayerland" aus den 30er-Jahren folgendes Zitat: „... und der Grassauer Habernspitz ...", weil der dortige Cooperator jährlich eine Habernsammlung in der Pfarrei vorgenommen hat. Wenn man durch Grassau geht, mit einer Habernähre (Haferähre) auf dem Hut, dann kann man sich auf Verschiedenes gefasst machen. Als einmal die Wössner „mit dem Kreuz" nach Grassau kamen und die Grassauer auf genannte Weise harausforderten, rächten sich diese, in dem sie blaue Farbe in das Weihwasser schütteten, so dass jeder Wössner mit einer Blass auf der Stirn nach Hause kam. Auch der Spruch: „vo de Grassauer an Habern, vo de Marquartstoaner des Säck, dass da Wössner Blass net verreckt" mag aus jenen Tagen stammen. Schon bei der Gründung des Trachtenvereins Grassau wurde dies aufgegriffen und so trägt man auch heute noch „Habernähren“ als Hutschmuck.