Doris Noichl leitet nun den Trachtenverein Grassau

Neuer Vorstand und Aufbruchstimmung nach der Pandemie

Neue Vorsitzende Doris Noichl mit den beiden Stellvertretern Simon Schmd und Stefan Baumgartner (Foto: Tamara Eder)

Grassau (tb) - Nach zwei Jahren Stillstand rüstet sich der Grassauer Trachtenverein, neuformiert und bestens gelaunt, für die kommenden drei Jahre. In der gut besuchten Jahreshauptversammlung im Gasthof "Sperrer" wurde die Vorstandschaft neu gewählt. An der Spitze steht nun Doris Noichl unterstütz von den beiden Stellvertetern Simon Schmid und Stefan Baumgartner. Zunächst stand jedoch der Rückblick im Vordergrund.

Auch wenn es keine Auftritte gab, so probten die Kinder weiter, wie Jugendleiter Korbinian Wandinger informierte. Im Jahr 2020 ruhte der Betrieb. Doch 2021 gelang es immerhin 15 Proben durchzuführen und die Kinder im Kurpark mit der Grassauer Blasmusi auftreten zu lassen. In diesem Jahr haben die Proben bereits begonnen und auch der Kleidertausch konnte erfolgen. 31 Kinder und elf Jungendliche sind motiviert beim Proben. Wandinger verwies auf das offene Vereinsstüberl mit Schnupperproben im Heftersaal, das am 30. April stattfinden wird. Vorplattler Tobias Moritz konnte, nach eigener Aussage, nicht viel berichten, denn Auftritte gab es für die 20 Aktiven in den letzten Jahren keine. "Wir haben trotzdem zusammen geprobt, denn die Gemeinschaft ist wichtig", sagte er. "Wir freuen uns jetzt auf die Autritte", betonte er.

Trachtenvorstand Stefan Baumgartner erinnerte an das letzte aktive Jahr 2019 mit dem gelungenen Gaujugendtag im Heftergelände. Zudem habe sich der Verein auf das Fest zum 100jährigen Vereinsjubiläum vorbereitet, das dann aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste. Beteiligt habe sich der Grassauer Trachtenverein am Gautrachtenfest in Bernau 2019 und erreichte dort den 2. Meistpreis. Begeistert berichtete er vom Gaujugendtag in Grassau, gemeinsam mit den Trachtenvereinen Marquartstein und Staudach-Egerndach organisiert. An verschiedenen Stationen konnte die Trachtenjugend basteln, spielen, platteln und Goaßlschnalzen. Zum geplanten 100jährigen ergänzte Baumgartner, dass dieses Fest gut vorbereitet mit einem interessanten Fünftages-Programm vorbereiete wurde. "Ich kandidierte damals nur unter der Voraussetzung, dass dies ein kleines Fest wird. Am Ende hatte ich mich auf das Fest gefreut und war enttäuscht, dass es aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste", sagte er. Der Jahrtag in 2020 wurde lediglich mit den Vorstandsmitgliedern gefeiert. 2021 war es zumindest möglich unter besonderen Auflagen Prattlerproben durchzuführen und die Trachtenwallfahrt nach Raiten fand nur mit den Fahnenabordnungen und ohne Prozession statt. Ein besonderer Höhepunkt in 2021 war der Auftritt der Kinder und Jugendlichen im Kurpark und vor allem auch der Leonhardi-Ritt nach Weiher.

Im Ausblick verwies er auf den Georgi-Markt am 24. April. Wie vor der Pandemie wird der Trachtenverein wieder vor dem Verkehrsamt bestuhlen und dort Brotzeiten, Kaffee und Kuchen anbieten. Bereits am 30. April ist das "offene Vereinsstüberl mit offener Probe" vorgesehen. Diese wird im Heftersaal stattfinden. Der Verein werde sich am 26. Mai an der Gautrachtenwallfahrt und am 16. Juni am Fronleichnamszug beteiligen. Vorgesehen ist am 6. Juni ein Pfingsthoagart. Ehrungen langjähriger Mitglieder werden dann nachgeholt. Das Vereinspreisplatteln ist am 1. Juli und das 6 Vereine Jugend-Preisplatteln ist am 10. Juli in der Feldwies. Offene Plattlerproben sind beim Sperrer für den 20. Juli und den 10 August vorgesehen. Auch bei der Langen Nacht wird der Trachtenverein wieder mit von der Partie sein und freut sich zudem auf das Gaufest. Bei den Sommerkonzerten der Blasmusi im Kurpark werden die Kinder auftreten.

Nachdem Stefan Baumgartner nicht mehr kandidierte, blickte er auf die letzten sechs Jahre seiner Amtszeit zurück. Lange habe er damals mit sich gerungen, ob er die Führung übernehmen solle. Er habe sich vorgenommen den Verein bestmöglich zu führen und nach der ersten Periode stellte er sich 2019 erneut zur Wahl, wohlwissend, dass dies die letzte Amtsperiode sein wird. Die Amtszeit habe ihn in seiner Persönlichkeit deutliche geprägt und er werde die Zeit als Vorsitzender positiv in Erinnerung behalten. Als zweiten Vorstand stelle er sich gerne der Wahl. Sein Dank galt dem Ehrenvorsitzenden Klaus Zeisberger, der ihn sehr unterstützt habe, wie auch dem gesamten Vorstand. Gleichwohl dankte er seinen Stellvertertern Klaus Noichl und Stefan Altleitner, sowie der zweiten Kassenführerin Helga Pletschacher, die ebenfalls nicht mehr kandidierten.

Bürgermeister Stefan Kattari lobte die ehrenamtliche Arbeit des Vereins. "Der Trachtenverein prägt das Ortsleben, die Identität im Dorf und in der Region und ist wichtig für den Zusammenhalt im Dorf und wichtig für die Jugendarbeit", sagte Kattari. Er meinte, dass es nun wichtig sei, den Sommer zu nutzen, da man nicht wisse, was der Herbst bringen wird. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich. Nach der harten Unterbrechung des Vereinslebens hoffe er, dass nun die Leute erst recht zu den Veranstaltungen kommen. Hisorisch betrachtet bedeuteten solche massiven Einschränkungen einen Aufschwung. "Ich bin traurig, dass das Hundertjährige ausgefallen ist, aber 103 ist auch eine schöne Zahl", sagte er mit einem Augenzwinkern. "Großer Verein, große Aufgaben und großer Vorstand", stellte der Rathauschef fest und übernahm die Wahleitung.

Einstimmig wurde Doris Noichl (Wieser Doris) zur Vorsitzenden gewählt. Zu gleichberechtigten Stellvertretern wurden Simon Schmid und Stefan Baumgartner gewählt. Sie lösen damit Klaus Noichl jun. und Stefan Altleitner ab. Ursula Wimmer wird weiterhin die Kassen führen. Unterstützi wird sie von Lisa Moritz, die Helga Pletschacher ersetzt. Schriftführerin bleibt weiterhin Hilde Baumgartner, die dieses Amt bereits viele Jahre zuverlässig ausübt. Jugendleiter wurde erneut Korbinian Wandinger. Er wird von seinem Team mit Lisa Moritz, Vroni Wandinger, Gini Hilger, Klaus Zeisberger und Schorschi Huber unterstützt. Als Beisitzer wurden Klaus Noichl sen., Edi Sichler jun., Peter Zeisberger und Markus Hilger gewählt. Bestätigt wurden von der Versammlung die bereits gewählten Vorplattler Tobias Moritz und Kilian Nißl. Zum Kassenprüfer wurde Thomas Göls bestellt und die Aufgabe des Pressewarts übernimmt Doris Huber. Die Position der Röckefrauenvertreterin war lange nicht bestsetzt. Neue Voristzende Doris Noichl schlug Daniela Ludwig vor. Sie wisse, dass Ludwig bedingt durch weitere Ehrenämter und 2. Bürgermeisterin nur wenig Zeit zur Verfügung habe, dafür auf die Unterstützung der Markthelferinnen bauen könne. Einstimmig wurde Daniela Ludwig als neue Röckefrauenvertreterin gewählt. Bereits gewählt und nun auch bestätigt wurde Fähnrich Sebastian Moritz (Stellvertreter Stefan Nagele) sowie die Dirndlvertreterinnen Sophie Höger und Emely Kugler. Unbesetzt blieb der Posten der Vertretung der Historischen Gruppe, bislang von Agathe Baersch geleitet. "Großer Verein, viele Positionen, gutes Team", fasste Bürgermeister Kattari die Wahl zusammen und wünschte gutes Gelingen für die nächsten drei Jahre.

"Ein überwältigendes Ergebnis der Wahl", freute sich Doris Noichl. Als sie von Stefan Baumgartner gefragt wurde, gab es kein langes Zögern. "Ich denke, die neue Aufgabe passt zu mir. Ich war schon immer Trachtlerin und Trachtenverein und Musikspielen waren immer meine Freizeitbeschäftigungen", betonte sie und erklärte, dass Tradition gepflegt werden müsse. Zudem sei das Miteinander der verschiednen Vereine wichtig. Abschließend bat sie um offene und ehrliche, positive wie negative Kritik. tb

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